2.6.1.5 Zahlen bei der Uhrzeit

  1. Die Frage nach der Uhrzeit wird meistens mit wat eingeleitet:

    Wat is de Klock?
    Wie viel Uhr ist es?

    Daneben gibt es: Wo laat is dat? Wie spät ist es?

  2. Angabe der Uhrzeit

    1. Zur Angabe der Uhrzeit in Stunden werden – wie im Englischen – die Kardinalzahlen von 1 bis 12 gebraucht.

    2. Klock wird wie folgt gebraucht:

      1. In der Regel erscheint Klock in Verbindung mit vollen Stunden, selten auch mit halben Stunden gebraucht, z.B.

        Dat is al Klock fief! Dat is al fief!
        Es ist schon fünf Uhr.
        Dat is al (Klock) half söss!
        Es ist schon halb sechs (Uhr).
        Dat is eerst Veertel (Viddel) na söven.
        Es ist erst Viertel nach sieben.

      2. Betontes Klock kann darauf hinweisen, dass ein genauer Zeitpunkt bei voller, halber und viertel Stunde gemeint ist, z.B.

        Ik schall Klock fief/halvig söss/Veertel vör söss op’n Bahnhoff sien/wesen/ween.
        Ich soll pünktlich um fünf/halb sechs/Viertel vor sechs auf dem
        Bahnhof sein.

      3. Ansonsten erscheint Klock jedenfalls nicht direkt bei der Zeitangabe, z.B.

        De Klock/dat is Veertel (Viddel) na een.
        Die Uhr/es ist Viertel nach eins/viertel zwei.
        Oder:
        Es ist 1.15 Uhr bzw. 13.15 Uhr.

        De Klock/dat is half twee.
        Die Uhr/es ist halb zwei.
        Oder:
        Es ist 1.30 Uhr bzw. 13.30 Uhr.

        De Klock/dat is Veertel (Viddel) vör dree.
        Die Uhr/es ist Viertel vor drei/drei viertel drei.
        Oder:
        Es ist 2.45 Uhr bzw. 14.45 Uhr.

        De Klock/dat is teihn Minuten na veer.
        Die Uhr/es ist zehn Minuten nach vier/vier Uhr zehn.
        Oder:
        Es ist 4.10 Uhr bzw. 16.10 Uhr.

        Ob es eine Zeit von 0.00 bis 12.00 Uhr oder eine Zeit von 12.00 bis 24.00 Uhr ist, ergibt sich oft aus dem Zusammenhang, z.B.

        He eet eerstmal Meddag un reep denn Veertel (Viddel) na een an.
        Er aß zunächst zu Mittag und rief dann Viertel nach eins an.

    3. Muss aber der Zeitraum klargestellt werden,

      1. wird morgens, meddags, avends und nachts eingesetzt

      2. kann, wenn es um einen bestimmten Tag geht, kennzeichnend niederdeutsch auch den Morgen, den Vörmeddag, den Meddag, den Nameddag usw. eingesetzt werden.

      Im Hochdeutschen braucht man die Tageszeit nicht anzugeben, wenn man den Zeitpunkt nach dem 24-Stunden-Zyklus benennt, z.B.

      zu (α):
      Wann fohrt de Tog ümmer na Frankfort?
      Üm Klock söven morgens.
      Wann fährt der Zug immer nach Frankfurt?
      Um sieben Uhr morgens oder um 7.00 Uhr.

      zu (β):
      Wann geiht de Fleger?
      Wann fliegst du ab?
      Klock acht avends.
      Oder
      Klock acht den Avend1.
      Um acht Uhr abends/um 20.00 Uhr.

      Anmerkung 1:
      Im Landesteil Schleswig außer einem südlichen Bereich wird der temporale Nichtnominativ gebraucht, z.B. Klock acht de Avend.

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